Lehrer-Fortbildung am 25.5.2022:  Teachers Go Digital -  Ein phasenübergreifendes Kooperationsprojekt der Lehrerbildung zur digitalen  Schulentwicklung

Rund 60 Schulleitungen, Lehrerinnen und Lehrer aus dem Eichstätter Landkreis sowie aus den umliegenden Schulamtsbezirken kamen am 25.05.22 zur Fortbildung „Teachers Go Digital“ an die Grundschule Stammham.
 
Gelingensbedingungen für eine digitale Schulentwicklung sind nicht nur die digitale Ausstattung einer Schule und ein sinnvolles Medienkonzept. Vielmehr ist insbesondere die Professionalisierung von (angehenden) Lehrkräften hinsichtlich ihrer Medienkompetenzen die Grundlage, um Grundschulkinder bei ihrer reflektierten Mediennutzung zu unterstützen. Die Veranstaltung stellte zunächst das phasenübergreifende Kooperationsprojekt „Teachers Go Digital“ vor, welches die Synergieeffekte von Lehrerbildung und digitaler Schulentwicklung nutzt. Die anschließenden Workshops der Veranstaltung präsentierten die digitale Schulentwicklung der Grundschule Stammham und den konkreten Einsatz von digitaler Tafel und Tablets im Unterricht. Referent/-innen der Veranstaltung waren Schulleitung, Lehrkräfte der Schule sowie Dozierende und Studierende der KU. Die Veranstaltung gab viele Impulse zur eigenen Schul- und Unterrichtsentwicklung und regte zum (kritischen) Austausch an.
 
Informationen und Materialien zum Projekt „Teachers Go Digital“ finden Sie auf der Seite des Lehrstuhls für Grundschulpädagogik und Grundschuldidaktik der KU: https://www.ku.de/ppf/paedagogik/lehrstuhl-fuer-grundschulpaedagogik-und-grundschuldidaktik/lehr-und-forschungsprojekte/teachers-kids-go-digital
Kooperationspartner dieses Projekts sind der Lehrstuhl für Grundschulpädagogik und Grundschuldidaktik der KU, die Grundschule Stammham und das staatliche Schulamt Eichstätt. (Text: Dr. Petra Hiebl)

Literatur

Hiebl, Petra & Mayer, Edgar (2022): Teachers Go Digital – Ein phasenübergreifendes Kooperationsprojekt der Lehrerbildung zur digitalen Schulentwicklung. In: Schulforum aktuell 1/2022. Zeitschrift für die Schulfamilie in Bayern. MAISS Verlag, S. 4-7.

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Schulbesuch von Landtagsabgeordnete Eva Gottstein: digitales Kooperationsprojekt vom Kultusministerium ausgezeichnet

 Pressemitteilung vom 01.04.2022 (MdL Eva Gottstein)

 

Was darfs denn sein? Die altbekannte grüne Tafel, je nach Geschmack mit hellerem oder dunklerem Hintergrund, wandelt sich mit einer Berührung in Notenzeilen, Whiteboard, Inhalte des Lehrertablets oder einfach zum Internetbrowser. Zukunftsvision? Keineswegs: Wer heute an der Grundschule Stammham unterrichtet, hat eine Vielzahl an Gestaltungsmöglichkeiten. Denn die Tafel vor der Klasse ist gar keine gewöhnliche Tafel mehr, sondern ein hochleistungsfähiger Bildschirm mit Touchscreenfunktion. Die Eichstätter Landtagsabgeordnete und langjährige Bildungspolitikerin Eva Gottstein informierte sich kürzlich an der Stammhamer Grundschule über das Leuchtturmprojekt „Teachers Go Digital“ und überbrachte zugleich ihre Glückwünsche zur Auszeichnung des Projektes durch das Bayerische Kultusministerium. Für „besondere Eigeninitiative und Ideenreichtum bei der Gestaltung der Corona-bedingten Abläufe“ erhält die Schule einen Geldpreis von 1000 Euro. „Ich gratuliere ganz herzlich und freue mich sehr, dass hier in Stammham mit viel Begeisterung, dem nötigen Weitblick und enormer Tatkraft ein solches Projekt sehr erfolgreich umgesetzt wurde“, betonte Gottstein.

 

„Wie gestalte ich im Zeitalter der Digitalisierung eine humane Schule, bei der immer noch die Kinder im Mittelpunkt stehen?“ Diese Frage stellte sich Edgar Mayer, als er 2018 seine Schulleiterstelle an der Stammhamer Grundschule antrat. Die digitale Ausstattung in den einzelnen Klassenzimmern damals so unterschiedlich, wie sie nur sein konnte, zwei Zimmer hatten gar noch keine digitale Anbindung. Heute sind alle Klassenzimmer mit digitalen Tafeln, Notebooks am Pult, Dokumentenkameras und einer verlässlichen IT-Infrastruktur ausgestattet, auch Tablets spielen im Unterricht eine Rolle. Nachdem Mayer mit Unterstützung der Gemeinde Stammham und zusätzlich rund 90.000 Euro an staatlichen Fördergeldern aus den Digitalpakten des Bundes sowie des Freistaates die Hardware auf zukunftsfähigen Stand gebracht hatte, stellte sich die nächste Frage: „Jetzt hatten wir tolle Geräte, die wollen aber auch bedient werden. Wie bringt man nun die Lehrkräfte auf einen entsprechenden Stand?“, schilderte Mayer die an allen Schulen bekannte Situation eines sehr heterogenen Kollegiums mit unterschiedlichem Know-How. „In Zeiten der Pandemie haben wir festgestellt, wie wichtig dieses Know-How ist. Lehrkräfte müssen sich fortbilden – und das erwarte ich auch.“ Er schloss eine Kooperationsvereinbarung mit dem Lehrstuhl für Grundschulpädagogik und Grundschuldidaktik an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Ziel dieses Projekts „Teachers Go Digital“, das zum Sommersemester 2021 begann, ist die Vernetzung der universitären Ausbildung von Grundschullehrkräften mit der Fort- und Weiterbildung von bereits unterrichtenden Grundschullehrkräften im Bereich der Digitalisierung. „Von diesem Wissens-, Erfahrungs- und Ideenaustausch profitieren auch die Schülerinnen und Schüler“, ist Eva Gottstein, die selbst jahrzehntelang Lehrerin war, überzeugt. Über ein Direktbewerbungsverfahren kam Anna-Lena Landmann an die Schule. Sie ist nun für die Digitalisierung zuständig und bildet die Schnittstelle zur KU.
 

Das Projekt „Teachers Go Digital“ greift die Förderung digitaler Kompetenzen (angehender Lehrkräfte sowie die Begleitung der Implementation in den Unterricht in besonderer Weise auf. Es verknüpft die Phasen der Lehrerbildung, wobei theoretische als auch empirische Einsichten im Kontext fortschreitender Digitalisierung mit Praxiserfahrungen verbunden werden.

Welche neuen Möglichkeiten sich mit Tablets, Apps und anderen technischen Finessen im Unterricht eröffnen, durften ihre „Schüler“ Eva Gottstein, Edgar Mayer und Stammhams Bürgermeisterin Maria Weber bei einem Rechenspiel am Tablet selbst entdecken.

 

Landmann schilderte, wie sie ihren Unterricht mit technischer Unterstützung individuell und effizient gestaltet und im Handumdrehen auf Hybridunterricht umschalten kann, wenn, so wie erst kürzlich, ein beachtlicher Teil ihrer Klasse in Quarantäne von zuhause am Unterricht teilnehmen muss. „Damit erreicht man wirklich alle Kinder“, resümierte Gottstein, „nicht nur physisch, sondern auch inhaltlich“. Dennoch wird der Unterricht auch in Zukunft nicht rein digital stattfinden – darin waren sich alle einig. „Es soll und wird eine gesunde Mischung bleiben“, so die Abgeordnete mit Blick auf von den Kindern gefaltete Frühlingsblumen an den Fenstern des Klassenzimmers. „Plakate an den Wänden werden weiterhin genauso ihre Berechtigung und Bedeutung haben.“

 

Als nächster Schritt möchte Mayer mit seinem Team die Erfahrungen mit anderen Schulen teilen. Dazu sei eine große Fortbildung auf Schulamtsebene geplant, „wo wir das, was wir gelernt haben, an die Kolleginnen und Kollegen in der Breite weitergeben“. Damit es vielleicht bald im ganzen Landkreis Eichstätt heißt: „Teachers Go Digital“.

 

 

Links zum Lehrstuhl Grundschulpädagogik und -didaktik an der KU Eichstätt Eichstätt-Ingolstadt und dem Projekt mit der GS Stammham

Kooperationsprojekt GS Stammham - Schulamt Eichstätt - Lehrstuhl Grundschulpädagogik der KU Eichstätt-Ingolstadt

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Die Welt wird digitaler und Kinder müssen darauf vorbereitet werden. Gedanken zum Unterricht nach der Pandemie – Im Gespräch mit Frau Prof. Dr. Meike Munser-Kiefer
Die Welt wird digitaler und Kinder müssen darauf vorbereitet werden, systematisch, von Anfang an (vgl. auch KMK-Strategiepapier „Bildung in der digitalen Welt“). Darin liegen auch viele Chancen, das Lernen zu verbessern, zu intensivieren, individueller zu machen und dabei gleichzeitig Lehrkräfte zu entlasten und
Eltern besser zu informieren.
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Beginn der unterrichtlichen Arbeit (Juni 2021)

 

Dazu laufen in ALLEN Klassen derzeit Unterrichtsprojekte, die von den Studierenden in enger Absprache mit den Kolleg:innen unserer Schule und den Dozierenden der KU, Frau Dr. Hiebl und Herrn Kartal, durchgeführt werden. Die Klassenlehrkräfte sind stets dabei.

 

 Lernen mit digitalen Medien heißt für uns als Schule, aber auch für die Schüler:innen, dass  neue Formen der Interaktion, des Gesprächs und der Zusammenarbeit in Lehr-Lern-Prozesse integriert werden, wie zum Beispiel durch die Arbeit mit Tablets. Dabei entstehen neuartige digitale Produkte, die Sie und Ihre Kinder womöglich bisher nicht kannten, wie zum Beispiel ein E-Book mit der App Book Creator.

 

Die Grundschule Stammham achtet darauf, dass die Lernenden digitale Medien in vielfältiger Weise als Lernwerkzeug in den folgenden Bereichen einsetzen:

 

 

 ·        Gestalten (z.B. Texte, Bilder, Videos, Präsentationen)

 

 ·         Lernen und üben (z.B. mit Hilfe von Lernsoftware: Rechen-/Sprachtraining, Tutorials)

 

 ·         Sich informieren / recherchieren (Kindersuchmaschinen, z.B. Frag Finn)

 

 ·         Kommunizieren / partizipieren (z.B. E-Mail-Verkehr im Kontext der Schule)

 

 ·         Präsentieren (z.B. Präsentationen, interaktive Karten)

 

 ·         Organisation des Lernens (z.B. Arbeitsaufträge mit Padlet)

 

 

 

Die Ergebnisse des Kooperationsprojekts sollen der kontinuierlichen Weiterentwicklung des Lernens mit digitalen Medien an der Grundschule Stammham dienen.

 

 

Um die Projekte zu evaluieren werden folgende Methoden eingesetzt:

 

1.       Fragebogen, der sich an die Schüler:innen richtet

 

2.       Interviews mit einzelnen Schüler:innen

 

3.       Unterrichtsbeobachtung durch Fotodokumentation und Videoanalyse (Es werden Lerntätigkeiten dokumentiert und aufgezeichnet.)

 

 

 

Veröffentlicht werden die Projektergebnisse auf der Homepage des Lehrstuhls, einer Informations- und Austauschplattform für die Lehrer:innenbildung, bei schulischen und universitären Präsentationen sowie wissenschaftlichen Publikationen.

 

 

 

Selbstverständlich halten wir Sie über die Entwicklung und Ergebnisse des Projekts auf dem Laufenden!

 

 

Start der Kooperation mit der Auftaktveranstaltung am 7.Mai 2021

 

Am Freitag, 07.05.2021 um 13.00 Uhr starteten das Kollegium zusammen mit Studierenden der KU Eichstätt-Ingolstadt das Projekt im Rahmen einer Auftaktveranstaltung, das mit einem Grußwort von Herrn Schulamtsdirektor Rudolf Färber begann. Nach einer kurzen Einführung in die digitale Schulentwicklung der GS Stammham von Frau Modrow und Schulleiter Edgar Mayer gaben Frau Dr. Petra

 

Hiebl (Akademische Oberrätin am Lehrstuhl für Grundschulpädagogik und –didaktik) und Herr Günay Kartal dem Kollegium und Studierenden einen kompakten Einblick in das Gesamtprojekt, das über das kommende Sommersemester 2021 läuft. Danach konnten sich  die Lehrkräfte der einzelnen Klassen mit jeweils einer Studierendengruppe in einer Break-Out-Session kennenlernen und Ideen für die Praxisphase besprechen.

 

 

Mit dieser Kooperation sollen generationsübergreifend die Synergieeffekte von Lehramtsstudium und Schulentwicklung genutzt werden, um gleichzeitig die digitale Kompetenz von Lehramtsstudierenden und Grundschullehrkräften in der Praxis zu fördern. Der Bedarf auf beiden Seiten ist sicherlich hoch, denn das Thema Digitalisierung ist eine der großen Herausforderungen, mit denen sich das deutsche Bildungssystem und die einzelnen schulischen Akteure auseinandersetzen müssen.

 

 

 

Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung

 

 

Die Grundschule Stammham, die Katholische Universität (KU) Eichstätt-Ingolstadt und das Schulamt Eichstätt haben im Februar 2021 eine Kooperationsvereinbarung getroffen, um Digitalisierung im Unterricht voranzutreiben.

 

 

https://www.donaukurier.de/lokales/ingolstadt/Lehrer-4-0;art599,4750839